• Strandgespräche Podcast

    #24 Gute Entscheidungen treffen in einer unsicheren Welt

    Gerd Gigerenzer – Wir leben in einer zahlengetriebenen Gesellschaft. Politiker und Unternehmer berufen sich auf Statistiken. Sie vertrauen Algorithmen und den Datenbergen von Big Data. Auch im privaten Leben vertrauen Menschen inzwischen Apps und KI-Agenten mehr als sich selbst, ihren Freunden oder ihrer Familie. Doch nur allzu oft führen Statistiken und Informationen in die Irre.

    „Der intuitive Geist ist ein Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“, so formulierte es einst Albert Einstein. Was wäre, wenn wir unserer Intuition, unserem Bauchgefühl wieder mehr vertrauen würden? Wenn wir Intuition und Intellekt wieder miteinander verbinden? Wenn wir anfangen würden nachzudenken, anstatt schnell zu handeln?

    Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Psychologen Prof. Dr. Gerd Gigerenzer.

    Inhalt

    00:00‘ Gerd Gigerenzer im Gespräch
    03:42‘ Können wir unsrem Bauchgefühl, unserer Intuition vertrauen?
    04:55‘ Intuition und Analyse müssen zusammengedacht werden
    06:02‘ Intuition bildet sich im Leben heraus
    07:04‘ Der intuitive Geist als Geschenk
    07:35‘ Wann können wir Algorithmen vertrauen?
    09:30‘ Menschliches Verhalten kann nicht vorhergesagt werden
    12:02‘ Warum vertrauen Menschen Maschinen mehr als sich selbst?
    12:55‘ Wann können wir Statistiken vertrauen?
    13:13‘ Wir müssen lernen, Statistiken zu verstehen
    16:40‘ Ist der Mensch optimierungsbedürftig?
    18:30‘ Hat das Internet als Informationsquelle ausgedient?
    22:07‘ Wie können wir lernen, gute Entscheidungen zu treffen?
    24:02‘ Denken lernen

    Fazit

    Um gute Entscheidungen treffen zu können, muss ein Teil der Informationen ignoriert werden, denn: (1) Weniger ist mehr und ein Mehr an Informationen führt nicht zu besseren Lösungen. (2) Komplexe Probleme brauchen keine komplexen Lösungen. (3) In einer ungewissen Welt gibt es keine optimalen Lösungen. 

    Dennoch: Wissen ist das wirksamste Mittel gegen Angst. Statt nach Sicherheiten zu suchen, die es nicht gibt, sollten wir lernen, trotz der Ungewissheiten, die das Leben für uns bereithält, kluge Entscheidungen zu treffen.

    Webseite und Quellen zum Podcast

    https://bildung.hypotheses.org/9871

    Gastgeberin des Podcasts

    Birgit Spies ist Professorin für Bildung und Digitalisierung, Keynote-Speakerin, Beraterin und Trainerin. Mehr zu Birgit Spies erfahren Sie unter https://www.prof-birgit-spies.de.

    Hier können Sie auch Keynote-Vorträge, Workshops und Videokurse zu Bildung – Mensch – Medien buchen.

    Musik: https://gemafreie-musik-online.de
    Soundeffekte: pixabay.com

    #23 Damit die Seele gesund bleibt

    Joachim Bauer – Soziale Verbundenheit ist die Grundmotivation des Menschen, denn unser Lebensstil und unsere Beziehungen steuern unsere Gene und wirken so auf Körper und Seele. Psychische Gesundheit beginnt in den Kindheitsjahren und benötigt auch im Erwachsenenalter ein reales, menschliches Gegenüber. Eine verfrühte Nutzung digitaler Angebote verhindert wichtige Entwicklungsschritte der Heranwachsenden, denn Intelligenz hat ihren Ursprung in realen Körpererfahrungen und der Interaktion mit der Umwelt.

    Birgit Spies ist im Gespräch mit dem Arzt, Psychotherapeuten und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer.

    Inhalt

    02:25‘ Seelische Gesundheit
    03:30‘ Was macht uns seelisch krank?
    03:50‘ Psychische Gesundheit beginnt in den Kindheitsjahren
    05:58‘ Gute soziale Beziehungen sind das A & O der psychischen Gesundheit
    06:10‘ Soziale Verbundenheit als Grundmotivation des Menschen
    07:40‘ Wie Lebensstile und Beziehungen unsere Gene steuern
    09:05‘ Krankheiten entstehen durch Fehlregulation von Genen
    10:20‘ Spielneurone und Resonanzsysteme
    12:32‘ Warum braucht der Mensch die lebendige Wirklichkeit?
    13:38‘ Digitale Medien als Ersatzhandlung zur Stimulation des Motivationssystems
    14:43‘ Digitale Angebote aktiveren das Suchtzentrum
    15:30‘ Wie entwickeln sich Kinder?
    16:20‘ Kinder müssen sensomotorisch aktiviert werden
    17:04‘ Digitale Angebote verhindern wichtige Entwicklungsschritte der Kinder
    17:40‘ Intelligenz hat ihren Ursprung in realen Körpererfahrungen und der Interaktion mit der Welt
    19:18‘ Was hat der Mensch der Maschine entgegenzusetzen?
    20:30‘ Der KI-Hype: Künstliche Intelligenz ist nicht überall hilfreich
    22:12‘ Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kann durch digitale Angebote schwerwiegend beeinträchtigt werden
    23:10‘ Der Mensch braucht eine gute soziale Umgebung, um sich zu entwickeln
    23:52‘ Was ist eine menschliche Gesellschaft?
    24:44‘ Heranwachsende brauchen reale Eltern, Erzieher und Lehrkräfte
    25:26‘ Mitmensch darf nicht durch maschinelle Systeme, Roboter, Avatare und Chatbots ersetzt werden
    27:00’ Optimismus erwächst aus der Begegnung mit der realen Welt, der Natur und anderen Mitmenschen
    27:54‘ Sich Zeit nehmen, um zu sich zu kommen, zu Momenten, in denen wir bei uns sein können

    Fazit

    Unser seelisches Erleben spiegelt sich im Körper wider. Ein sinn-geleitetes Leben mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen und einem ehrlichen und sozialen Miteinander aktiviert eine Vielzahl von Genen, die unserer Gesundheit dienen. Vielfältige reale Erlebnisse sind hilfreich, damit der Mensch in einer stark digital-technischen Welt – mit all seinen Gefühlen, seiner Kreativität, seinen sozialen Bedürfnissen – und – seinem lebendigen Körper nicht abhanden kommt.

    Webseite und Quellen zum Podcast

    https://bildung.hypotheses.org/9755

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    #22 Wie Fremde zu Freunden werden

    Luisa Conti -Auf Reisen schätzen wir andere Kulturen, anderes Essen, andere Sitten. Doch zu Hause scheint es uns manchmal schwerzufallen, uns auf andere Menschen und Kulturen einzulassen. Das Fremde wirkt befremdlich, aktiviert Stereotype und Vorurteile.

    Dabei könnte das Unbekannte unseren eigenen Horizont erweitern und uns und die Gesellschaft bereichern, wenn wir uns darauf einlassen würden. Seit Jahrtausenden verschmelzen Kulturen, Religionen und Sprachen. Menschen kommen in ein Land; Menschen verlassen ein Land. Die Gründe dafür sind vielfältig.

    Birgit Spies ist im Gespräch mit der Expertin für Interkulturelle Kommunikation Dr. Luisa Conti.

    Inhalt

    02:00‘ Ankommen in Deutschland
    04:59‘ Anderes Land, andere Sitten und Gepflogenheiten
    07:25‘ Warum es uns manchmal so schwerfällt, uns auf andere Menschen einzulassen
    09:09‘ Menschen werden kulturell und durch Digitales geprägt
    12:05‘ Wer ist der Fremde?
    13:45‘ Das Bedürfnis nach Vereinfachung und stereotypes Denken
    17:04‘ Die Notwendigkeit, auf die Gründe für Handeln zu schauen
    20:00‘ Wie können Fremde zu Freunden werden?
    21:57‘ Vorurteile vermeiden

    Fazit

    Es ist wichtig, dass wir nicht vereinfachen, nicht über DIE reden – über Arme, Reiche, Kranke, Diebe, Ausländer, Deutsche –, sondern immer die Besonderheit des einzelnen Menschen sehen. Das können auch Kinder schon lernen; dass wir uns und unsere Mitmenschen für die eigene Kultur UND für andere Kulturen sensibilisieren.

    So können wir lernen, die Perspektive zu wechseln und unseren eigenen Horizont zu erweitern – und vielleicht erst einmal beobachten und wahrnehmen – anstatt zu bewerten, damit eines Tages aus Fremden Freunde werden.

    Webseite und Quellen zum Podcast

    https://bildung.hypotheses.org/9659

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    #21 Swipe, like, love: Über Liebe und Beziehungen in digitalen Zeiten

    Johanna Degen – Datingplattformen sind die Antwort auf ein zentrales Lebensproblem: mangelnde Begegnung, Einsamkeit, Hunger nach Liebe und Gesehenwerden. Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren. Das Digitale hingegen wirkt als Ideengeber für das reale Leben und die Beziehungsgestaltung. Intime Beziehungen zwischen Chatbots und Menschen gehören ebenso zum Alltag wie parasoziale Beziehungen zu Influencern. Wie lassen sich Handlungsspielräume zurückerobern und Räume für wertschätzende Beziehungen öffnen?

    Birgit Spies ist im Gespräch mit der Sozialpsychologin Dr. Johanna Degen.

    Inhalt

    02:04‘ Welche Bedeutung haben Liebe und Beziehung in digitalen Zeiten?
    03:30‘ Wir hungern nach Liebe
    03:58‘ Weshalb sind Datingplattform so erfolgreich?
    04:45’ Warum sind wir online auf der Suche nach Beziehung?
    05:35‘ Datingplattformen als Antwort auf ein Lebensproblem
    06:44‘ Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren
    07:38‘ Ein würdiges und sozial eingebettetes Leben ist immer weniger möglich
    07:48‘ Wir haben ein Gemeinschaftsproblem
    08:21‘ Einsamkeit und mangelnde Begegnung
    09:42‘ Parasoziale Beziehung zu Influencern
    10:40‘ Ungebremste Wirkung des Internets auf das soziale Selbst
    13:10‘ Smartphone-Scrollen als Beruhigungsmittel
    14:19‘ Verlorengegangene Intuition: Entfremdung von Körperwissen
    16:02‘ Medienbilder als Anker im Gehirn und Ideengeber für Beziehungsgestaltung
    18:55‘ Werte und Praxis in der Beziehungsgestaltung klaffen auseinander
    19:33‘ Intimität mit Chatsbots und Avataren
    20:33‘ Künstliche Intelligenz: Problematische Nutzung als Wahrheitsquelle
    22:38‘ Wieviel Platz lässt das Digitale der Liebe und Beziehung noch?
    24:22‘ Hilfreiche Mediennutzung, um ein gutes Leben zu führen
    24:52‘ Der Mensch als Rohmaterial der Technik
    25:40‘ Handlungsspielräume zurückerobern
    26:48‘ Das Leben wartet auf uns

    Fazit

    Liebe, Intimität und Beziehungen verändern sich, wenn das Leben zunehmend digital stattfindet. Und trotzdem bleiben uns Handlungsspielräume: Den Raum für Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und wertschätzende Intimität können und sollten wir zurückerobern, wenn wir nicht zum Rohmaterial der Technik werden wollen.

    Webseite und Quellen zum Podcast

    https://bildung.hypotheses.org/9318

    Gastgeberin des Podcasts

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    Hier können Sie auch Keynote-Vorträge, Workshops und Videokurse zu Bildung, Digitalisierung und Medien buchen.

    Musik: https://gemafreie-musik-online.de
    Soundeffekte: pixabay.com

    #21 Swipe, like, love: Über Liebe und Beziehungen in digitalen Zeiten

    Johanna Degen – Datingplattformen sind die Antwort auf ein zentrales Lebensproblem: mangelnde Begegnung, Einsamkeit, Hunger nach Liebe und Gesehenwerden. Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren. Das Digitale hingegen wirkt als Ideengeber für das reale Leben und die Beziehungsgestaltung. Intime Beziehungen zwischen Chatbots und Menschen gehören ebenso zum Alltag wie paarsoziale Beziehungen zu Influencern. Wie lassen sich Handlungsspielräume zurückerobern und Räume für wertschätzende Beziehungen öffnen?

    Birgit Spies ist im Gespräch mit der Sozialpsychologin Dr. Johanna Degen.

    Inhalt

    02:04‘ Welche Bedeutung haben Lieben und Beziehung in digitalen Zeiten?
    03:30‘ Wir hungern nach Liebe
    03:58‘ Weshalb sind Datingplattform so erfolgreich?
    04:45’ Warum sind wir online auf der Suche nach Beziehung?
    05:35‘ Datingplattformen als Antwort auf ein Lebensproblem
    06:44‘ Der öffentliche Raum hat seine Funktion als Ort der Begegnung verloren
    07:38‘ Ein würdiges und sozial eingebettetes Leben ist immer weniger möglich
    07:48‘ Wir haben ein Gemeinschaftsproblem
    08:21‘ Einsamkeit und mangelnde Begegnung
    09:42‘ Parasoziale Beziehung zu Influencern
    10:40‘ Ungebremste Wirkung des Internets auf das soziale Selbst
    13:10‘ Smartphone-Scrollen als Beruhigungsmittel
    14:19‘ Verlorengegangene Intuition: Entfremdung von Körperwissen
    16:02‘ Medienbilder als Anker im Gehirn und Ideengeber für Beziehungsgestaltung
    18:55‘ Werte und Praxis in der Beziehungsgestaltung klaffen auseinander
    19:33‘ Intimität mit Chatsbots und Avataren
    20:33‘ Künstliche Intelligenz: Problematische Nutzung als Wahrheitsquelle
    22:38‘ Wieviel Platz lässt das Digitale der Liebe und Beziehung noch?
    24:22‘ Hilfreiche Mediennutzung, um ein gutes Leben zu führen
    24:52‘ Der Mensch als Rohmaterial der Technik
    25:40‘ Handlungsspielräume zurückerobern
    26:48‘ Das Leben wartet auf uns

    Fazit

    Liebe, Intimität und Beziehungen verändern sich, wenn das Leben zunehmend digital stattfindet. Und trotzdem bleiben uns Handlungsspielräume: Den Raum für Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und wertschätzende Intimität können und sollten wir zurückerobern, wenn wir nicht zum Rohmaterial der Technik werden wollen.

    Webseite und Quellen zum Podcast

    https://bildung.hypotheses.org/9318

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